Quote of the Week

In the late '70s I started to search for the perfect sound - whatever that might be, before that I was mainly interested in drugs, insanity and the rock'n'roll lifestyle.
- Lou Reed

Thursday, June 3, 2010

Primavera Sound 2010

Tag 1: Macaco Bong, Biscuit, Sic Alps, Surfer Blood, Circulatory System, Titus Andronicus, The xx, Smith Westerns, Superchunk, Broken Social Scene, Pavement

So, alles organisatorische abgehakt, dann kann es ja losgehen:
Die erste Band die ich gesehen habe hieß Macaco Bong und spielte eine Art Post-Rock mit Jazzeinflüssen, was wirklich interessant klang. Und das direkt am Meer auf der oben beschriebenen Adidas-Bühne, kein schlechter Beginn für ein Festival.

Danach spielten Biscuit auf der Pitchfork-Stage, die aber eher geguckt wurden, um in der Zwischenzeit Treffpunkte und ähnliches auszumachen. Dementsprechend wenig kann ich auch zum Gig an sich sagen. Den Leuten um uns herum sagte das Dargebotene aber offentsichtlich zu.

Ein erstes Highlight sollten dann die Sic Alps werden, welche auch auf der Pitchfork Stage spielten und sich ja immerhin schon damit rühmen können, Vorband von Pavement auf deren UK-Tour gewesen zu sein. Der Auftritt war schön und laut, also ganz schön laut quasi, höhö. Mangels Konkurrenz (abgesehen von der Newcomer Stage von Adidas waren alle Bühnen um diese Uhrzeit noch geschlossen) war das Konzert auch ziemlich gut besucht, wenn man bedenkt dass es gerade mal 18 Uhr war. Umgerechnet aufs Hurricane ist das in ungefähr der Slot um 12:00 am Samstag morgen.


Nach den Sic Alps trafen wir uns mit einigen Southsidlern und wollten anschließend zu den Books gehen. Dort war die Bühne aus irgendeinem Grund aber noch versperrt. Also schnell wieder zur mittlerweile schon vertrauten Pitchfork Stage, Surfer Blood anschauen und freuen bis man dann das Plakat sieht: “The Books play at 00:30, ATP Stage” - Neeeeein, parallel zu Pavement! Zwei meiner absoluten Must Sees parallel, wo ich doch den Herren um Stephen Malkmus wegen schon den Sleigh Bells eine Absage erteilt hatte.

Zum ärgern blieb aber nicht viel Zeit, denn um Viertel nach Neun hatte ich das nächste Date an der ATP-Stage: Circulatory System die neben ihrem bezauberndem Indie Pop aus dem Hause Elephant 6 vor allem durch die Mitarbeit Jeff Mangums an ihren Werken für Aufmerksamkeit gesorgt hatten. Da mein Tag ja schon vor 4 Uhr in Bremen begonnen hatte und im Anbetracht der Tatsache, dass der Festivaltag um halb Zehn Uhr abends noch nicht mal richtig begonnen hatte ließ ich es hier ruhiger angehen und ließ mich auf der Tribüne nieder, von der ich einen wunderschönen Blick auf die Band, das Publikum und - wie immer - das Meer hatte.

Da das Konzert leider schon nach rund 50 Minuten zu Ende war nutzte ich die Chance und ging zurück zur Pitchfork Stage um den Rest von Titus Andronicus zu sehen. Das was ich gesehen habe war überzeugend, leider war auch hier zwanzig Minuten nach meinem Eintreffen Schicht.

Die kurze Entfernung zwischen Ray-Ban (dem Amphitheater) und der Pitchfork Stage erlaubten es mir, vor den Smith Westerns noch eine halbe Stunde von The xx zu sehen. Wie auf der Platte war auch das Konzert sehr minimalistisch gehalten, was dem Publikum (inklusive mir) sehr gefiel. Überhaupt war zu diesem Zeitpunkt scheinbar das ganze Festival vor einer Bühne, so voll habe ich es nach den xx fast nirgendwo mehr gesehen.
Als dann mein “Geheimtipp”, die Smith Westerns gegen 22 Uhr anfingen, waren auch dementsprechend enttäuschend wenige Leute vor der Bühne, The xx halt. Diejenigen die sich das Konzert der Chicagoer, welches Übrigens der erste Auftritt der Band überhaupt in Europa war, anschauten, konnten aber zufrieden wieder gehen, als die Smith Westerns ihren Auftritt nach rund einer Stunde mit ihrem “Hit” Be My Girl abschlossen und den Weg für die Wild Beasts ebneten.

Diese hatten jedoch das Pech, zeitgleich mit Superchunk, Broken Social Scene und Tortoise zu spielen, daher war die Überlegung, mir den Auftritt der Gruppe aus Leeds anzuschauen, schnell ad acta gelegt.
Obwohl ich Broken Social Scene 2008 schonmal gesehen habe, entschied ich mich dann doch für sie und gegen Tortoise, deren letzte Alben mir nicht wirklich zugesagt haben. Die halbe Stunde Wartezeit zwischen dem Ende der Smith Westerns auf der Pitchfork Stage und dem Beginn von BSS auf der Ray-Ban Bühne nutze ich, um mir ein Bild von Superchunk auf der Hauptbühne zu machen. Auch wenn ich abgesehen von den bekannten Liedern nichts von Superchunk kenne oder gar höre gefiel mir der Auftritt sehr gut, ein passender Co-Head für Pavement.
Bevor es aber dann ein (weiteres) Stück Indie-Geschichte auf die Ohren gab ging ich schnell die 200 Meter zurück, um Broken Social Scene nicht zu verpassen. Diese legten einen Riesengig hin, der meinem ersten BSS-Auftritt 2008 in Chicago in (fast) nichts nachstand. Besonders hervorzuheben natürlich die Gäste als da wären Owen Pallett und und Scott Kannberg (?) von Pavement. Auch sonst war das Konzert wie erwartet vielseitig, sowohl was die Wahl der Instrumente als auch der Songs angeht, wunderschön.

Nach BSS sollte dann das Highlight des Tages, wenn nicht des ganzen Festivals folgen: Pavement! Schnell mit den Southsidlern getroffen und dann ging es um um 1:00 nachts los. Die Band war gut drauf, das Publikum noch besser und auch die Setlist war ein Leckerbissen, auch wenn schon vorher bekannt war, dass es “nur” eine Art Best Of geben wird. Das mich das als jemand, der die “richtige” Pavement-Zeit gar nicht erlebt hat und der ergo sein erstes Pavement-Konzert sah, nicht wirklich stört sollte klar sein.


Auch hier gab es ein kurzes BSS-Intermezzo, währenddessen zusammen musiziert wurde.
Leider machte sich ab ca 2:00 die doch sehr kurze Nach bemerkbar sodass ich nach dem Ende von Pavement um Viertel vor 3 ziemlich fertig war. Eigentlich waren als Bonbon noch die Fuck Buttons fest eingeplant aber dann siegte die Erschöpfung doch, zumal auch alle anderen nach Hause wollten. Doppelt ärgerlich war es dann natürlich am nächsten Tag die Bilder vom Gig der Buttons auf den Leinwänden zu sehen.
Zurück ging es dann mit dem Festivaleigenen Shuttle Bus bis vor die Haustür, da die Metro nur am Wochenende nachts fährt.
Gegen 4:30 Uhr fiel ich bzw wir dann in mein bzw unser trauriges Bettchen, aber ich war eh zu kaputt um mich über so etwas noch aufregen zu können...

Tag 2: Owen Pallett (Final Fantasy, Auditori), Harlem, The New Pornographers, Best Coast, Ganglians, Condo Fucks, Here We Go Magic, Wilco, Panda Bear, Shellac, Pixies, Yeasayer, CocoRosie

Das “dekadente” Leben abseits eines stinkenden Campingplatz, bei dem man um spätestens 9 Uhr morgens von der Hitze geplagt aus dem Zelt taumelt gab es hier zum Glück nicht, was für ein Segen!
Ich als Frühaufsteher hatte mir 14:30 Uhr als perfekten Zeitpunkt ausgesucht, meine Flugeigenschaften aus spanischen Hostelbetten zu testen und so begann der neue Tag so wie der alte aufhörte: Ich war kaputt
Nun ja, eben geduscht, den obligatorischen Sonnebrand behandelt (wann lerne ich es endlch mal?) und dann gegen 15 Uhr wieder Richtung Festivalgelände gefahren.

Erster Anlaufpunkt neben dem obligatorischen Supermarktbesuch (Essen darf man mit aufs Gelände nehmen, Getränke nur ohne Verschluss, aber da gibt es ja auch Mittel und Wege...) war dann das Auditori, von dem ich auf Bildern schon viel gesehen hatte und dementsprechend sehr gespannt war. Da meine Kamera leider nicht die beste ist habe ich keine brauchbaren Bilder von innen, ich hoffe ich finde über Google noch einige. Die Halle war zumindest sehr eindrucksvoll und genau der richtige Ort für den Künstler, der hier um 16:00 Uhr auftreten sollte: Owen Pallett aka Final Fantasy. Ich persönlich finde sein neues Album gar nicht so überragend, in dieser Halle konnte die Musik sich jedoch voll entfalten und auch mich begeistern. Nett auch seine Version von Caribous Odessa.

Kleine Randnotiz: Nicht nur den Besuchern scheint das Festival und die Stadt zu gefallen, so liefen unter anderem Bradford Cox (alias Atlas Sound), Owen Pallet, Los Campesinos und die Best Coast Crew übers Gelände oder wahlweise in die nächste Tapasbar, wie mir die Southsidemädels erzählten. Doofe Groupies.

Nach diesem eindrucksvollen Konzert ging es zum ersten Mal zur Vice Stage, wo sich die polnischen Garage Rocker von Harlem die Ehre gaben und ein solides Set spielten, wenngleich mir das neue Material auf Platte beser gefällt. Vielleicht war ich aber auch nur noch von Owen Pallett fasziniert.



Die Wartezeit auf das Pitchfork-Wunderkind von Best Coast überbrückten wir vor der Hauptbühne bei den New Pornos die ein gutes Set hinlegten und von ihren Fans gefeiert wurden. Musikalisch geht das ganze Richtung The Shins, also prinzipiell Weltklasse, aber irgendwie fehlt mir da noch das gewisse Etwas, sowohl live als auch auf Platte.


Um 19:15 Uhr ging es pünktlich zur Pitchfork Stage um sich Best Coast anzuhören. Für mich stellte das Konzert eins der Highlights des Tages dar, aber leider war ein Großteil der Leute nur für die beiden bekannten Songs hier, schade.

Nach Best Coast besuchte ich zum ersten und einzigen Mal die Myspace 43 Bühne, wo CocoRosie ein kurzes Warm Up Konzert vor ihrem großen Gig auf der zweiten Hauptbühne spielten.

Gegen 20:30 war es dann mal wieder so weit: Spoon vs CocoRosie vs Beak> vs Junip vs Ganglians vs Condo Fucks, na super! Da ich CocoRosie gerade, wenn auch nicht so wirklich richtig, gesehen hatte und Junip ja auch noch auf dem Haldern spielt wurden es dann die von mir favorisierten Ganglians, die mich leider nicht überzeugen konnten. Die Songs klingen auf dem Album echt super, live kam das nur irgendwie gar nicht rüber. Schade, aber die Band ist ja noch blutjung, das wird schon noch.

Daher begab ich mich um 21 Uhr zur Vice Stage, wo die Jungs von Yo La Tengo unter dem Namen Condo Fucks Rock-Klassiker neu interpretierten. Der Platz vor der Bühne war auf Grund des bekannten Namens der “Hauptband” sehr voll, genau wie die Band (...), welche aber trotzdem einen soliden Auftritt hinlegte, bei dem die Songs noch schrottiger klangen als sie es auf dem Album eh schon tun, eine Freude für Aug’ und Ohr.

Gegen 21:45 nahmen dann Beach House den Status von The xx ein, denn als ich auf dem Weg zu Here We Go Magic war kam mir das halbe Festival entgegen um das Dream Pop Duo aus England zu sehen. Hoffentlich herrscht auf dem Haldern nicht so ein Andrang.
Völlig unverständlicherweise war ich der einzige der den Auftritt von Here We Go Magic gut fand und so stand ich nach kurzer Zeit als einziger aus unserem Grüppchen vor der Bühne. Kulturbanausen!

Gegen 22:45 Uhr machte ich mich dann auf zur Hauptbühne, wo Wilco geladen hatten. Ich erwartete eigentlich nicht viel, da ich sie ja schon zwei Monate vorher bei einem sensationellen Solokonzert gesehen hatte und mich ein Festivalauftritt auf der Hauptbühne daher eh nur enttäuschen würde. Ganz so dramatisch war es dann aber doch nicht, der Auftritt war sogar ziemlich gut, auch wenn die Setlist keine Überraschungen bot.

Um viertel nach Elf trennten sich unsere Wege dann und ich machte mich solo auf zum (eigentlichen) Highlight des Tages, Panda Bear. Dort angekommen gingen dann auch gleich sämtliche visuellen Effekte flöten weil irgendwo irgendwer irgendwas verbockt hatte. Bei einem Act wie Panda Bear, bei dem die visuelle Untermalung fester Bestandteil des Programms ist ist sowas natürlich doppelt schade. Was optisch nicht klappte, machte der Herr Lennox aber musikalisch wieder gut, die Vorstellung seines neuen Albums brachte die proppenvolle Vice Stage phasenweise komplett zum Tanzen, ein tolles Gefühl. Mit Visuals wär sein Set wohlmöglich mein Highlight des Festivals geworden, ohne war es leider nur eine Tanzstunde mit super Musik und der Gewissheit, dass im September wohl das Album des Jahres herauskommt - kein unbedingt schwacher Trost.

Nach Panda Bear traf ich mich wieder mit Nico aus dem Southside Forum und während sie an den Toiletten anstand schaute ich Shellac, was schon ein geiles Erlebnis war. Mit den Platten hat es bei mir schon gedauert, bis ich sie mochte, dafür gewannen sie meine Sympathien live im Sturm. Die Jungs spielen jedes (!) Jahr auf dem Primavera und man konnte sowohl ihnen als auch den Fans ansehen, wie sehr es ihnen in Barcelona gefällt.


Nach Shellac ging die Reise weiter Richtung Haupttribüne, wo die Pixies ab 1:15 spielten. Unterwegs bei den Essenständen mit Plastikstühlen bewaffnet schauten wir das Konzert im Sitzen. Die Pixies spielten Hits über Hits und das solide. Das Publikum war, soweit ich das im Sitzen und aus einiger Entfernung beurteilen konnte, richtig gut drauf.

Nach rund einer Stunde hatten wir dann aber auch genug und sind weiter zu Yeasayer gepilgert, obwohl ich mir die eigentlich fürs Haldern aufsparten und stattdessen zu Joker wollte. Nunja, dann also Yeasayer um 3:00 morgens, gibt schlimmeres. Das Konzert war wieder sehr gut besucht, erst ab Drei Uhr wurde es leerer, weil die Bloody Beetroots mit ihrem Set anfingen. Der Gig von Yeasayer war insgesamt zufriedenstellend, auch wenn ich das neue Album abgesehen von einigen Songs einfach nicht so zündend wie das Debüt finde. Aber immerhin haben sie Tightrope gespielt, das war natürlich ein wahres Sahnestück.


Nachdem Yeasayer nach rund 80 Minuten mit ihrem Auftritt aufhörten ging es langsam wieder Richtung Hostel, wo man dann gegen 5 Uhr auch eintraf.
Da unser Rückflug am Sonntag morgen ging hatten wir für die Nacht auf Sonntag gar kein Zimmer mehr gebucht und wollten direkt vom Festival zum Flughafen fahren. Leider fiel uns dann erst relativ spät ein, dass dies bedeutet dass wir unser Zimmer mittags verlassen müssen...

Tag 3: ODDSAC (visual album by Animal Collective), Lidia Damunt, Real Estate, Atlas Sound, Sian Alice Group, Florence + The Machine, Grizzly Bear, Built to Spill, Sunny Day Real Estate, Gary Numan, The Almighty Defenders (Black Lips & The King Khan & BBQ Show), HEALTH, Fake Blood

Und so wurden wir am Samstag um 12:30 Uhr von einem sanften Hämmern an der Tür und einem liebevoll gekrächztem “Tscheckout pleeeeease” dem Reich der Träume entrissen.
Schnell die 7 Sachen in den Rucksack geschmissen, kurz Frisch gemacht und schon stand man vor dem Hostel. Natürlich gleich zum nächsten Schnellrestaurant, die wohl fettigste Pizza des Jahres gegessen und dann mit Magenschmerzen zum Busbahnhof und die Rucksäcke wegsperren.

Da wir ja eh nichts zu tun hatten sind wir dann wieder zum Gelände und haben die Zeit bis 16 Uhr totgeschlagen, ehe wir zum zweiten und letzten Mal ins Auditorium gingen um ODDSAC zu gucken, den Film von Perez und Animal Collective. Ich will nicht spoilern, da der Film ja bald auf DVD rauskommt, aber für Leute mit schwachen Nerven (und schlechtem Musikgeschmack) ist der Film sicherlich nichts. Vorbei ist’s mit der Friede-Freude-Eierkuchenmusik der Kategorie MPP!

Nach der visuellen Exkursion ging es dann wieder zurück zur Musik, Lidia Damunt auf der Pitchfork wusste zu gefallen, auch wenn ich primär damit beschäftigt war herauszufinden, wie wir mitten in der Nacht vom Festivalgelände zum Flughafenshuttle kommen würden.


Um 18 Uhr gab’s an gleicher Stelle via Real Estate eine Prise Surf Rock um die Ohren, was bei Temperaturen um die 27°C und dem obligatorischen Meer vor dem Rüssel natürlich super kam.

Vor Atlas Sound hatte ich dann die Ehre aus dem VIP-Bereich mit Bier versorgt zu werden, danke an den edlen Spender, der mir einfach eine SMS geschrieben hat und fragte ob ich Bier möchte. Ich weiß immer noch nicht woher er meine Nummer hat... Dementsprechend gut drauf wurde dann dem Soloprojekt von Deerhunter-Mastermind Bradford Cox gelauscht, welcher es sich nehmen lies, nach jedem zweiten Lied über Meer und Spanien an sich zu philosophieren. Er selbst war ganz alleine auf der Bühne und arbeitete, ähnlich wie Tags zuvor Owen Pallett, sehr viel mit Loops, wobei er insbesondere seine Stimme verwendete, um den typischen Atlas Sound zu erzeugen.

Angesichts der vor uns liegenden langen Nacht genehmigten wir uns dann vor der ATP Stage eine Auszeit und schauten der Sian Alice Group beim musizieren zu. Unglücklicherweise spielten parallel Nana Grizol, Dr. Dog und die Slits, von daher fanden sich eher weniger Leute vor der Bühne ein.

Gegen 22 Uhr sollte dann mit Grizzly Bear das nächste Highlight folgen, in typischer Primaveramanier (...) verbrachten wir die Wartezeit auf ebendiese damit, uns bei einer anderen Bühne aufzuhalten: Florence + The Machine, naja naja naja.
Dann ging es glücklicherweise auch bald weiter Richtung Ray-Ban Stage, wo Grizzly Bear vor bestimmt 10.000 (?) Leuten scheinbar noch mehr Leute banden als es The xx am Donnerstag vermochten. Wen wundert es, nachdem Veckatimest ja (zurecht) mit Lob überschüttet wurde. Das Publikum war dementsprechend vor allem auf die aktuellen Hits aus und leider wurden die wenigen Sachen, die nicht auf dem neuen Album vertreten sind, vom Großteil des Publikums eher mit Achselzucken zur Kenntnis genommen.

Nachdem Bear und Anhang um 23 Uhr von der Bühne gingen schien das Publikum geschlossen zur ATP Stage wandern zu wollen, wo die 90er Indie-Helden von Built To Spill ein Best-Of spielten. Um Punkt 23:05 stand ich am Eingang zur Bühne, dieser war jedoch schon so überfüllt, dass ich über einige Umwege nur noch ganz oben auf der Tribüne einen Platz ergattern konnte. Zwar nicht mittendrin, aber dafür mit super Sicht. B2S schienen selbst überrascht zu sein, wieviele Leute gekommen waren, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat.

Wo wir gerade von 90er Helden reden, was machen eigentlich Sunny Day Real Estate?
Richtig, spielen natürlich auch auf dem Primavera, eine Bühne weiter und pünktlich nach dem Ende von Built To Spill legten die Herren los. Im Vergleich zu Grizzly Bear, die vor SDRE auf der gleichen Bühne spielten, war das Amphitheater nur zu etwa 3/4 gefüllt, trotzdem lieferten SDRE eine gute Show ab und diejenigen die gekommen waren, hatten Spaß.

Gegen 1 Uhr trennten sich dann mal wieder unsere Wege, ich ging Gary Numan gucken (man war der mies!), die anderen zu den Pet Shop Boys.

Pünktlich zu den Almighty Defenders gegen 2:30 Uhr auf der Vice Stage kehrten die Ladies den Boys dann den Rücken zu und schauten sich mit mir die Messe der Black Lips/King Khan-Combo an, da haben sich 2 Bands gefunden...

Eine Stunde später an gleicher Stelle zerlegten dann HEALTH das was von der Bühne nach den Defenders noch übrig war und gegen halb Fünf machte ich mich auf zu Orbital. Die hatten nur leider schon zwei Stunde früher gespielt, aber sowas kommt halt mal vor. Nachdem ich mich von den Southsidlern verabschiedet hatte (die übrigens gerade jetzt die Black Lips Aftershow Party sehen, grrr...) ging es ein letztes mal zur Pitchfork Stage, wo Fake Blood zum Tanz gebeten hatten. Und seitdem bin ich wach. Wach im Shuttle Bus zum Flughafen um 7, halbwegs wach im Flughafen bis 9, und um 20 Uhr immer noch wach. Ob das nun alleine an Fake Blood liegt, weiß ich nicht... Wink